Batterie-Motor
Mobilität aus der Steckdose. |
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„Die
Zukunft, das ist sicher, wird den emissionsfreien Elektromotoren gehören“,
sagte kürzlich Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, „betankt an der
Steckdose.“
Diese neue Technologie wird zweifellos eine Industrie, die mehr als
ein Jahrhundert am Otto- und Dieselmotor herumgebastelt hat, stärker verändern
als alle anderen Technologien zuvor. Es gibt bereits erfolgversprechende
Prototypen mit brauchbaren Fahrwerten (siehe Darstellung
rechts >).
Zur Zeit haben die Hersteller in der Praxis rund um den Globus nur ein paar
Dutzend batteriegetriebene Versuchsfahrzeuge im Dauertesteinsatz. In ganz
London schnurren beispielsweise 100 Smart mit Elektromotor durch die City. Die Hersteller
liefern sich ein Wettrennen, wer das
erste serienreife Elektromobil mit einer Reichweite von etwas mehr als hundert
Kilometer auf den Markt bringt.
Elektronik verdrängt die Mechanik im Auto.
Den verwegensten Plan verfolgt kein Automanager, sondern der frühere
SAP-Vorstand Shai Agassi. Unter dem vielversprechenden Titel „Project Better
Place“ will Agassi eine massenmarktfähige Infrastruktur für Elektroautos
aufbauen. In Israel soll nun ein Netz von „Tankstellen“ entstehen, an denen
Fahrer von Stromautos ihre leeren Batterien gegen volle tauschen können. Damit
würden lange Ladezeiten vermieden. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn ist von der
Idee so fasziniert, das seine beiden Autokonzerne nun die Elektroautos für
Agassi entwickeln. Das Project Better Place wird aber auch von den
Stromerzeugern über den grünen Klee gelobt. Denn für sie wäre die Versorgung
der Elektroautos ein einträgliches Geschäft, würde sich doch der
Abnehmerkreis um Millionen Autofahrer vergrößern, ließe sich die
Stromerzeugung weiter rationalisieren – und könnte vielleicht sogar die von
Umweltschützern verteufelte Atomenergie mit dem menschlichen Mobilitätsbedürfnis
gerechtfertigt werden.
Die Batterien sind das Problem
Das ist Zukunftsmusik. In der Realität sind die Schwierigkeiten noch nicht
überwunden. Die Sollbruchstelle ist die Batterie. Kostengünstige und
leistungsfähige Lithium-Ionen-Batterien gibt es schon in Handys und Laptops.
Nur den Anforderungen des Autofahrens sind sie noch nicht gewachsen. Sie sind zu
schwer, Haltbarkeit und Reichweite sind begrenzt, auch dürfen sie bei einem
Unfall nicht explodieren. Und deshalb wird in allen Industriestaaten intensiv an
der Lithium-Ionen-Technik geforscht. Keiner der großen Autohersteller und
-zulieferer kann es sich leisten, hier ins Hintertreffen zu geraten.
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